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Routensetzer sorgen für Olympia-Feeling

Die IFSC Austria Climbing Open 2021 (22. bis 26. Juni) stehen auch im Zeichen der fünf Ringe.

 

Nicht nur, weil es in Innsbruck-Tirol zum letzten großen Aufeinandertreffen der Olympia-StarterInnen kommen wird, sondern auch weil die Routensetzer, die wenige Wochen später in Tokio sind, die Routen entwerfen und schrauben.

Mit Adam Pustelnik (POL), Jan Zbranek (CZE) und Okano Hiroshi (JPN) im Lead sowie Percy Bishton (GBR), Manuel Hassler (SUI) und Romain Cabessut (FRAU) im Bouldern schickt der Weltverband IFSC absolute Spitzenleute zu den Austria Climbing Open.

„Es ist sicher kein Zufall, sondern ein bewusster Schritt der IFSC“, sagt KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm. „Die Athletinnen und Athleten können in Richtung Tokio sicher einige Erkenntnisse sammeln, jeder Routenbauer hat seinen eigenen Stil.“

So auch Manuel Hassler. Der Schweizer ist einer der Boulder-Routensetzer und erklärte seinen Job einst so: „Routen für die Weltelite zu schrauben ist aber gar nicht so einfach – um abschätzen zu können, ob ein Problem die richtige Schwierigkeit hat, muss man es eigentlich klettern können. Wir haben außerdem gegenüber den Wettkämpfern einen entscheidenden Vorteil: Sie haben nur fünf Minuten Zeit für eine unbekannte Route. Wir können sie aber beliebig oft ausprobieren.“

Es dauert lange, bis die Schrauber mit einem Problem zufrieden sind. Stundenlang probieren alle vier den Boulder, diskutieren, schrauben einen Griff wieder ab, fügen einen Tritt hinzu, drehen ein Element um ein paar wenige Grad. Irgendwann steht die Route dann. Ob sie wirklich gut ist, zeigt sich erst am Wettkampf.

Gut sind Routen meist dann, wenn sie so schwierig sind, dass die meisten AthletInnen sie nicht schaffen. Gleichzeitig darf sie nicht so hart sein, dass niemand sie fertig klettern kann. Hassler: „Wenn die Kletterer alle schon nach dem ersten Zug nicht weiterkommen, ist das für die Zuschauer nicht lustig.“

Eine Gratwanderung. Eine, die Hassler und die restlichen Routensetzer bei den IFSC Austria Climbing Open und später bei den Olympischen Spielen meistern wollen.