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Disziplinen

Vor allem die Vielfältigkeit des Klettersports ist Grund für seine ständig steigende Beliebtheit. Sei es beim Vorstiegsklettern (Lead), beim Bouldern, beim Speedklettern, bei der Kombination oder beim Paraclimbing – alle Disziplinen des Wettkampfsports stellen unterschiedliche Anforderungen an die Athlet*innen.

Beim IFSC Austria Climbing Open 2021 werden Bewerbe in gleich 4 Disziplinen ausgetragen. Vom 22. - 26. Juni findet im Kletterzentrum Innsbruck ein Lead-, Boulder- und Paraclimbing-Weltcup sowie ein Speed Europacup statt. 

  • Lead

    Lead

    ... ist wohl die bekannteste Disziplin des Kletterns und seit mehr als 30 Jahren im Wettkampfsport etabliert. Geklettert wird mit Seil an einer 15-20 Meter hohen Kunstwand, was ein großes Maß an Kraftausdauer verlangt. Ziel hierbei ist es, in einer zuvor gebauten Route innerhalb eines festgesetzten Zeitlimits so hoch wie möglich zu klettern. Sieger*in ist, wer am weitesten klettert.

    Modus

    Es gibt zwei Qualifikationsrouten für zwei Qualifikationsgruppen, die entsprechend internationalen Rankings belegt werden. Die besten 13 jeder Gruppe erreichen das Halbfinale. Während in den Qualifikationsrunden im "flash-Modus" geklettert wird, d.h. die Athlet*innen beobachten sich beim Klettern gegenseitig, gibt es im Halbfinale und Finale eine Isolationszone, d.h. die Athlet*innen können einander nicht beim Klettern sehen. Im Finale treffen die besten acht Athlet*nnen aufeinander.

    Ranking

    Die erreichte Höhe bestimmt das Ergebnis. Die erreichte Höhe in der Route wird mit dem letzten erreichten Griff bestimmt. Die Wertung eines Griffes entspricht nicht seiner Höhe über dem Boden, sondern der wie vielte Griff in der Route es ist.
    Man kann den Griff entweder kontrolliert haben (Wertung W) oder schon die Bewegung zum nächsten Griff angesetzt haben (ohne diesen nächsten Griff zu kontrollieren) (Wertung W+). Es reicht also nicht, einen Griff nur berührt, aber nicht gehalten zu haben. Die Entscheidung, ob die Bewegung zum nächsten Griff ausgeführt wurde oder nicht, d.h. ob ein + gewertet wird oder nicht, obliegt der Jury genauso wie die Entscheidung ob ein Griff gehalten wurde oder nicht. 

    Bei gleicher Höhe gibt es ein "Countback", d.h. es werden die Ergebnisse der Halbfinalrunde und -wenn nötig- der Qualifikation hinzugezogen. Bei gleicher Höhe in allen Runden werden die Ränge 1, 2, und 3 entschieden, in dem die Kletterzeit im Finale gewertet wird (der/die Schnellste gewinnt). Bei den Rängen 4 und dahinter ist ein ex aequo möglich.

  • Bouldern

    Bouldern

     ... bedeutet grundsätzlich klettern in Absprunghöhe und ohne Seil, wobei Weichböden die Stürze abfangen. Beim Bouldern geht es primär um die Bewältigung schwerer Einzelzüge und kniffliger Bewegungsabläufe. Koordination, Beweglichkeit und Maximalkraft werden in hohem Maße gefordert.

    Modus

    In der Qualifikation gibt es wie im Lead zwei Gruppen, in denen jeweils 5 Boulder anstehen. Die besten 10 aus jeder Gruppe erreichen das Halbfinale. Hier gilt es 4 Boulder zu bewältigen, die besten 6 Athlet*innen erreichen das Finale, wo wieder 4 Boulder warten.

    Ranking

    Primäres Ziel in dieser Disziplin ist es, bei möglichst vielen Bouldern das Top zu erreichen. Haben zwei oder mehr Ahtlet*innen gleich viele Tops, zählt die Zahl der Zonen. Ist auch die Anzahl der Zonen identisch, werden die Versuche für Tops gezählt. Im Falle eines Gleichstands nach Berücksichtigung aller anderen Wertungskriterien zählt die Zahl der Versuche für Bonus-Griffe. (Jeder Boulder verfügt neben einem Top Griff auch über einen Bonus Griff. Alle anderen Griffe/Bereiche sind für die Wertung nicht relevant: Ist zB der dritte Griff der Bonus-Griff, und der 7. Griff das Top, so ist es egal, ob jemand den Bonus-Griff oder den 6. Griff erreicht, gewertet wird in dem Fall der Bonus-Griff.)

    Es spielt keine Rolle, welche Boulder top geklettert werden, und bei welchem Boulder wieviele Versuche gebraucht wurden, es wird am Ende summiert.

    Wertungskriterium 1 (WK1): Anzahl Tops
    Wertungskriterium 2 (WK2): bei Gleichstand nach WK1, Anzahl Bonus-Griffe
    Wertungskriterium 3 (WK3): bei Gleichstand nach WK1 und WK2, Anzahl Versuche für Tops
    Wertungskriterium 4 (WK4): bei Gleichstand nach WK1, WK2, und WK 3: Anzahl Versuche für Bonus-Griffe

  • Speed

    Speed

    ... wie der Name schon sagt, entscheidet die Geschwindigkeit über Sieg oder Niederlage. Im Verlauf eines Wettkampfs wird über mehrere KO-Runden der Sieger ermittelt, was nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Ausdauer erfordert. An der für internationale Bewerbe vorgesehenen standardisierten Speedwand ist es mittlerweile auch möglich, Weltrekorde zu erreichen.

    Modus

    Die Speed-Route befindet sich zwei mal an der Wand. In der Qualifikation tritt jede*r Athlet*in in beiden Routen an, die schnellste Zeit wird gewertet. Ins Achtelfinale ziehen die ersten 16 ein. Dann geht es im KO-Modus weiter bis zum Finale. 

    Ranking

    Diejenigen Athlet*innen, die in der Qualifikationsrunde ausscheiden, werden nach ihrer besten Zeit gewertet. Die verbleibenden 16 Kletterer duellieren sich in den Finalrunden in identischen Routen, wobei der schnellere Kletterer gewinnt und in die nächste Runde einzieht. Um den 3. Platz wird im "kleinen Finale" geklettert, für alle weiteren Platzierungen zählt die erreichte Zeit im letzen Lauf. D.h.: die Verlierer im Achtelfinale machen die Plätze 9 bis 16 unter sich aus, die Verlierer im Viertelfinal belegen die Plätze 5 bis 8. Konkret: der/die schnellste Verlierer*in im Achtelfinale wird 9.

  • Paraclimbing

    Paraclimbing

    ... ist Klettern für Menschen mit Körper- oder Sehbehinderung.

    Die ersten IFSC Paraclimbing Weltmeisterschaften in der Geschichte des Klettersports wurden 2011 in Arco ausgetragen. Seither fanden weitere IFSC Paraclimbing Weltmeisterschaften statt, darunter auch bei den IFSC Climbing World Championships Innsbruck Tirol 2018. Nun folgt bei den IFSC Austria Climbing Open 2021 ein Paraclimbing Weltcup.